Das Projekt  Obwohl sich über 8,6 Millionen Soldaten in deutscher Kriegsgefangenschaft befanden, hat die Forschung dieses Kapitel der nationalsozialistischen Diktatur nur teilweise geklärt. Eine der Ursachen liegt in der unterschiedlichen nationalen Herkunft der Gefangenen und dem Zeitpunkt, zu dem sie in Gefangenschaft gerieten. Mit Kriegsbeginn Herbst 1939 kamen Polen in Kriegsgefangenschaft. Belgier, Franzosen, Niederländer und die ersten Briten ereilte dieses Schicksal nach Beginn des Westfeldzugs 1940, Gefangene aus Jugoslawien kamen Anfang 1941, aus der Sowjetunion im Sommer 1941, die meisten Soldaten der USA nach der Landung in der Normandie 1944 in Gefangenschaft. Nach dem Kriegsaustritt Italiens 1943 wurden die italienischen Soldaten als Militärinternierte inhaftiert Die Kriegsgefangenen wurden zunächst auerhalb des Reichgebiets in Durchgangslagern (Dulag)1 inhaftiert, bevor sie ins Reichgebiet kamen. In rund 90 Stalags wurden die Gefangenen interniert und zur Arbeit eingesetzt. In den Stalags selbst befand sich nur eine relativ kleine Zahl von Soldaten, die arbeitsunfähig geworden oder zum Betrieb des Stalag nötig waren. Auch für nahe gelegene Arbeitsstellen bot sich eine Unterbringung im Stalag an. In einem Befehl des Oberkommandos der Wehrmacht (OKW) vom 12. Januar 1942 wurde präzisiert: "Nicht das Lager, sondern das Arbeitskommando ist für den Krgef als Daueraufenthalt bestimmt2". Die Lebenssituation der Gefangenen wurde von ihrer nationalen Herkunft, dem Aufenthalt im jeweiligen Auenkommando und dem Zeitpunkt bestimmt, der die Versorgungslage beeinflusste. Eine Untersuchung über das Stalag VII B kann sich daher nicht auf den Lagerbereich in Memmingen beschränken, sondern muss den ganzen Zustndigkeitsbereich des Stalag, d.h. den Regierungsbezirk Schwaben umfassen. Zur Rekonstruktion des Geschehens ist bezüglich der Struktur und Organisation des Lagerwesens in den einschlägigen Archiven Material vorhanden, das aktuell auch von Projektgruppen bearbeitet wird. Dennoch ist die Forschungssituation unbefriedigend, denn stellt man die persönlichen Lebensumstände in den Mittelpunkt der Betrachtung, ist es Voraussetzung, die Struktur des Stalag mit seinen Außenkommandos in seiner Gesamtheit zu kennen. Hier stößt aber die Archivsituation an ihre Grenzen. Über die Außenkommandos, die die Basis der Stalags darstellen, sind keine Aufzeichnungen mehr vorhanden. Um das Stalag mit seinem Unterbau zu beschreiben, muss daher eine Bottom-up-Forschung betrieben werden, d.h. die Außenlager müssen lokalisiert und der Arbeitseinsatz der Gefangenen erforscht werden. Zu berücksichtigen sind auch Lazaretteinrichtungen des Gaus Schwaben, die nicht dem Stalag unterstanden, weil dort auch Kriegsgefangene behandelt wurden. Kriegsgefangenenarbeitsbataillone des Heeres, vermutlich auch der Luftwaffe, die nicht dem Stalag VII B zuzuordnen sind, wurden ebenfalls im Gau Schwaben eingesetzt. 1 In Frankreich wurden zunchst Frontstammlager, sogenannte Frotstalags eingerichtet. 2 Bundesarchiv, MA, RH 49, Nr. 30
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